Die folgenden Seiten bringen einen Auszug aus dem Buch über Glesch:
1025
Jahre im Land an der Erft.
Eine Chronologie in
Schwarzweißphotographie von Willem Cremer und Hubert Cremer
Kapitel: Die Eisenbahn
In
dieser Grafik sind nicht die Strecken nach Niederaußem und
Mödrath berücksichtigt
Die Eisenbahn - wechselvolle Geschichte -
Auch, wenn das ganz große Verkehrsaufkommen ausblieb, hatte die Bahn in Glesch seit jeher ihre Bedeutung. Sie war Verbindung für Gütertransport, Pendler, Stadtbesucher, aber in leidigen Zeiten auch Ausgangspunkt, um Glescher an ihre jeweiligen Bestimmungsorte während der Weltkriege zu bringen. Die 1897 fertiggestellte Trasse machte es z.T. Mit Umsteigen möglich, bei Horrem die Hauptstrecke Köln - Aachen zu erreichen. In Bedburg war der Anschluss an die seit längerem bestehende Strecke Düren - Neuß gewährleistet. Für die Arbeiter aus Glesch waren überdies die Bedburger Fabriken leicht zu erreichen.
Kaum vorstellbar ist für die jüngeren Menschen die Prozedur der Kohlebeschaffung in der guten alten Zeit: Mit der Dampflokomotive wurden einige Waggons auf ein Abstellgleis geschoben. Wer daran interessiert war, etwas von dieser Kohle zu kaufen, musste sich Tage vorher im Ort ein Pferdefuhrwerk mieten. Mit dem Fuhrwerk samt Kutscher- konnte man am Ankunftstag zum Bahnhof fahren, dort eine bestimmte Menge Kohle kaufen und diese dann im Anschluss nach Hause transportieren lassen.
Im Vergleich zu heute mag diese Methode umständlich und ineffizient erscheinen. Damals aber waren die Leute genügsam und wussten sich auch in schlechten Zeiten zu helfen.
Erft-Bote, 22.2.1899 (Quelle: Stadtarchiv Bedburg-Kaster)
Das Projekt einer Staatseisenbahn-Verbindung zwischen
Niederrhein (Neuß) und Mittelmosel (Wittlich).
Wenn
man den bevölkerten Thalstrich der unteren Erft, von Bedburg
angefangen hinauf bis zur Einmündung der Swist in dieselbe,
ferner dann das ebenso stark bewohnte Thaigelände der Swist bis
hinauf in die Gegend vor Rheinbach, sodann weiterhin den großen
zur Zeit noch wenig wegsamen Gebirgsteil des Kreises Rheinbach an
Hand der betreffenden Messtischblätter, und der Kultur- und
geologischen Verhältnisse dieser Theile, überhaupt an Hand
des gesamten statistischen Materials der Wirtschaftsbewegung auf
diesen Gebietsstrichen und deren Nebenanlagen näher prüft,
so braucht man nur noch die Wahrnehmung, dass bereits eine
Fortsetzung der Ahrtalbahn von Adenau über Daun nach Wittlich an
der Mosel von den Betheiligten dortiger Kreise vorbereitende Schritte
erfahren hat, hinzunehmen, um eine Parallellinie der Eifel - Kyllbahn
zwischen dem Niederrhein (Neuß) und der Mittelmosel (Wittlich)
von greifbarer, lohnender wirtschaftlicher wie strategischer
Bedeutung herauszufinden. Diese Linie würde etwa bei
Bedburg-Kaster auf der Neuß-Dürener Bahn entspringen und
die nachbenannten Orte in ihren Bereich ziehen: Blerichen-Kirdorf,
Glesch, Paffendorf, Zieverich-Bergheim, Thorr, Widdendorf-Ahe,
Heppendorf, Kerpen, Gymnich, Dirmerzheim, Bliesheim,
Weilerswist-Vernich, Metternich, Heimerzheim-Muggenhausen,
Dünstekoven-Ollheim, Buschhoven-Miel, Morenhoven; nun würde
diese Linie die Bonn-Eusirchener Bahn bei Rheinbach kreuzen, dann
ihren Weg mitten durch den eben besagten Gebirgsteil via
Neukirchen-Scheuren-Houverath, Effelsberg und das Liersthal hinab bis
zum Anschluss an die Ahrtalbahn verfolgen. Die Weiterführung
der gedachten Linie über Adenau hinauf zur Mosel bei Wittlich
braucht wohl hier vorläufig nicht näher angedeutet zu
werden.
Ausschnitt in altdt. Schrift, Rechtschreibung in damaliger Schreibweise
Briefkopf
der Firma Leipziger & Co an die Stadt Bedburg
Quelle: Stadtarchiv Bedburg-Kaster
Der
Schienenbus wurde von Eisenbahnfreunden auf liebevoll gemeinte Weise
als Brummbär und Ferkeltaxi bezeichnet.
Doch kaum war er ausgemustert, wurde er schon zu nostalgischen
Legende.
Foto: Sammlung Willem Cremer
Zug,
der von Glesch Richtung Paffendorf fährt: Hinter dem
Andreaskreuz liegt rechts der Bahnlinie der heutige Sportplatz
Glesch.
Foto: Sammlung Willem Cremer
Fahrplan Bedburg (Erft) - Horrem, Sommer 1941
Aus
dem Archiv des Bahnhofs Stolberg
Im
Bild oben werden wehmütige Erinnerungen wach: Das Gebäude
der alten Bahnstation in Glesch wurde in den sechziger Jahren
abgerissen. Damit ging die Zeit der pfeifenden Bahnwärter und
von quietschenden Dampfloks zu Ende. Auch die gemütlichen
Schaffner traf man immer seltener an.
Sammlung: Willem Cremer
Schreiben
der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft an die Stadt Bedburg
Quelle: Stadtarchiv Bedburg
Kölnische
Rundschau vom 25. Juli 1959,
Original Stadtarchiv Bedburg
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